Augsburger Allgemeine, 02.05.2013

Neuburg: Fußballkumpels kämpfen für Asyl ihres Freundes

Afghane Salem Begzad soll abgeschoben werden. Seine Fußball-Kumpels initiierten Petition für ihn

Salem Begzad. Foto: privat


Begzad war 2010 nach Deutschland gekommen und stellte einen Asylantrag, der jedoch abgelehnt wurde. „Für alleinstehende Männer aus Afghanistan sind die Anerkennungschancen sehr schlecht, denn der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat 2011 entschieden, dass volljährige afghanische Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben werden können, da der Bürgerkrieg nicht die notwendige Intensität für eine Flüchtlingsanerkennung habe“, sagt Tobias Klaus vom Bayerischen Flüchtlingsrat. Dabei seien neben der allgemeinen Gefahr durch den Bürgerkrieg und die Mangelversorgung, Zwangsrekrutierungen durch die Taliban und das boomende Geschäft mit Entführungen insbesondere für Abgeschobene eine ständige Bedrohung.

Trotz seines unsicheren Aufenthalts hat Salem Begzad sich in Deutschland gut integriert: Über den Fußball und seine Arbeit in einem Hotel fand er zahlreiche Freunde, einen Sprachkurs zahlte er aus eigener Tasche. Der Münchner Christian Peters hat die Online-Petition initiiert.

„Seitens des Innenministeriums war noch im Februar dieses Jahres, anlässlich der Behandlung einer Petition gegen Abschiebungen nach Afghanistan im bayerischen Landtag, der Eindruck erweckt worden, dass Abschiebungen nur bei Straftätern angedacht seien“, sagt Klaus. Aber dies erweise sich nun als Täuschungsmanöver, um die Rückführungen zu rechtfertigen. „Begzad hat nie Straftaten begangen.“

Der Bayerische Flüchtlingsrat fordert einen Abschiebestopp für Begzad und alle anderen Bürgerkriegsflüchtlinge. „Bereits jetzt ist Afghanistan mit der Rückkehr von Flüchtlingen aus dem Iran und Pakistan und den Binnenvertriebenen überfordert. Rückkehrer sind meist obdachlos oder leben in Slums. Abgeschobene aus Europa werden zudem von den Taliban bedroht, weil sie als Spione des Westens verdächtigt werden“, sagt Klaus.

Gloria Brems

Quelle: Augsburger Allgemeine

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