Süddeutsche Zeitung, 02.05.2013

Kritik an Abschiebung von Afghanen erneuert


Der Bayerische Flüchtlingsrat hat erneut einen sofortigen Abschiebestopp für afghanische Asylbewerber gefordert. Anlass ist die drohende Abschiebung eines 21-jährigen Afghanen aus Neuburg an der Donau. Bereits am Montag hatten sich die Freunde des jungen Mannes aus der Hobby-Fußballmannschaft mit einer Petition an den Bayerischen Landtag gewandt und sammeln seither auch Unterschriften gegen die geplante Abschiebung. Der junge Mann kam im Jahr 2010 nach Deutschland, sein Asylantrag wurde abgelehnt. Hintergrund für die Abschiebung ist eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes aus dem Jahr 2011. Demzufolge dürfen volljährige Afghanen abgeschoben werden, da der Bürgerkrieg nicht die notwendige Intensität für eine Flüchtlingsanerkennung habe. Der Flüchtlingsrat kritisiert diese Entscheidung seit Jahren scharf, weil den Abgeschobenen neben den Gefahren des Bürgerkrieges vor allem eine Zwangsrekrutierung oder Entführung durch die Taliban drohe. Oft würden sie von den Taliban auch 'als Spione des Westens' verdächtigt und bedroht. Unterdessen steht noch eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Ansbach aus. Am vergangenen Donnerstag war dort der Fall von Jamal N. verhandelt worden. Der junge Mann hatte in Afghanistan für die UN gearbeitet. Da einige seiner Kollegen von den Taliban entführt worden waren und er selbst wegen seiner Tätigkeit bereits bedroht worden war, flüchtete er nach Deutschland und stellte einen Asylantrag. Den lehnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge jedoch ab. epd

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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