Bayerischer Rundfunk, 07.05.2013

Fußballfreunde reichen Landtagspetition ein

Seit 2011 werden aus Bayern wieder Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben. Auch der 22-jährige Salem sollte wieder in sein Heimatland zurück. Jetzt haben sich einige Fußballfreunde für ihn eingesetzt.

 

Nur einmal in der Woche kann Salem seine Probleme vergessen: Immer dann, wenn er in seiner bunt zusammengewürfelten Hobbymannschaft Fußball spielt.

 

"Ich habe Angst und kann nachts nicht schlafen. Ich habe auch keine Arbeitserlaubnis und muss deshalb zu Hause bleiben." (Salem)

 
Abschiebung stand bevor
 
Salem ist ein verlässlicher Mitspieler, sagt Personalberater Christian Peters: "Er raucht nicht und trinkt keinen Alkohol. Er hat immer gearbeitet, und sich aus eigener Tasche einen Sprachkurs finanziert." Doch vor Kurzem hat ihm die Ausländerbehörde in Neuburg an der Donau mitgeteilt, dass er nach Afghanistan abgeschoben werden soll. Da war für Christian Peters klar, dass irgendjemand Salem helfen muss. Er hat beim Bayerischen Landtag eine Petion eingereicht.

 

Nur Straffällige werden abgeschoben
 
Eigentlich heißt es im bayerischen Innenministerium, dass nur straffällig gewordene Afghanen abgeschoben werden sollen. Salem hat sich nie etwas zu Schulden kommen lassen. Wenn er zurück müsste, wäre das sehr gefährlich ihn, immer noch gibt es bewaffnete Kämpfe in Afghanistan. Zudem werden Rückkehrer aus dem Westen oft entführt und dann erpresst oder von den Taliban als Spione verdächtigt, sagt Tobias Klaus vom Bayerischen Flüchtlingsrat:
 

"Er lebt seit drei Jahren in Deutschland und hat sich gut integiert. Wer westliche Lebensweisen übernimmt, läuft Gefähr als Landesverräter zu gelten." (Tobias Klaus, Bayerischer Flüchtlingsrat)

 

Jetzt kann Salem erstmal kurz durchatmen - mit der Petition ist der Abschiebungsprozess vorerst gestoppt, bis der Petitionsausschuss im Landtag in einigen Wochen über sein Schicksal entscheidet.

 

Quelle: Bayerischer Rundfunk

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